
|
INFO - FAQ - CC2-Forum - CCPro-Forum |
|
Hallo miteinander, in den Anfangstagen des Radios hat man versucht, mit großen Sendeleistungen auf der Langwelle die ganze Erde zu umrunden. Im VLF-Bereich (unter 30 kHz) klappt das auch ganz gut, da die Bodenwelle bei längeren Wellenlängen der Erdkrümmung folgt. Ich habe gelesen, daß Langwellen sogar teilweise von der Wolkendecke reflektiert werden, außerdem ist die Nachtreichweite etwas größer als die am Tag. Üblicherweise wird die Meinung vertreten, die Ionosphäre spielt für die Ausbreitung von Langwellen keine Rolle, da nur die Bodenwelle genutzt wird. Die PTB benutzt für ihre Reichweitenabschätzungen aber ein Reflexionsmodell mit einer Reflexion an der ionosphärischen D-Schicht (in 60-80 km Höhe, i.d.R. nur tagüber vorhanden). Durch mehrere Reflexionen entstehen laut PTB die teilweise extremen Reichweiten des DCF77-Signals bis nach Indien. Das setzt aber einen besonders hohen Ionisationsgrad der D-Schicht voraus, wie er z.B. bei solaren Ausbrüchen vorkommt. Möglich ist auch, daß diese Überreichweiten durch Reflexion an der F-Schicht hervorgerufen werden, die für die Langwellen aufgrund der normalerweise geringen Dichte keine guten Ausbreitungsbedingungen bietet. Aber so ein Fernempfang ist eine seltene Ausnahme. Unter bestimmten Wetterlagen habe auch ich schon spanisches und schwedisches Fernsehen auf terrestrischem Weg empfangen, obwohl ich kein TV-DXer bin. Laut PTB sollten ganztägig 2000 km möglich sein. Es hängt aber wohl stark von den örtlichen Gegebenheiten und einem guten Empfänger ab, ob der DCF77-Sender störungsfrei empfangen werden kann. Offenbar ist tagsüber der Empfang auf Langwelle stabiler, aber dafür nachts bei größeren Signalschwankungen stärker. Grüße, Dietmar Meine Homepage: http://ccintern.dharlos.de |
| Antwort schreiben |